Kurz vor den Sommerferien unternahmen die Schüler:Innen zweier Biologieoberstufenkurse des 12. Jahrgangs eine Exkursion in den Auricher Forst, bei der an verschiedenen Stationen unterschiedliche Aspekte zum Ökosystem Wald untersucht wurden.
An jeder Station gab es neben informierendem Material zum inhaltlichen Schwerpunkt der Station die Möglichkeit, praktische Untersuchungen durchzuführen. So ging es beispielsweise an einer Station um die Vegetationsvielfalt im Wald in Abhängigkeit zum Lichteinfall. Hier wurde zunächst ein Bedeckungsdiagramm der Vegetation eines abgesteckten Waldstückes erstellt. Anschließend wurde mit einem Luxmeter die unterschiedliche Beleuchtungsstärke in verschiedenen Höhen ermittelt, um die horizontale Verteilung der Vegetationsschichten und ihre jeweilige Ausprägung zu erklären.

AURICHER FORST
An einer anderen Station ging es um den Holzvorrat und dem Kohlenstoffkreislauf im Wald. Hier wurde der Durchmesser mehrerer Bäume gemessen und daraus der Holzvorrat pro Hektar und Jahr berechnet (wir ermittelten etwa 2,4 Festmeter (1 Festmeter = 1m³).) Auf Basis dessen konnte bestimmt werden, wie viel CO2 im Holz gespeichert ist, wie viele Bäume in zehn Jahren nachwachsen und schließlich wie viel Holz nachhaltig pro Jahr abgeholzt werden kann. Dabei wurde deutlich, dass Wälder eine wichtige Rolle für den Klimaschutz spielen, da sie große Mengen CO₂ aufnehmen und langfristig speichern (ca. 900kg pro Festmeter).

GEMEINSAMES PICKNICK IM WALD
Einen weiteren interessanten Einblick bot eine Station, die sich mit dem Totholz und seinen Zersetzungsstadien beschäftigte. Hier wurden markierte Bäume den verschiedenen Zersetzungsstadien zugeordnet, was nicht immer ganz einfach war, da es bei verschiedenen Baumarten große Unterschiede gibt: So ist die Eiche zum Beispiel eine Baumart, die sich durch Gerbstoffe wie Tannine sehr langsam zersetzt und dem Wald somit lange erhalten bleibt. Neben der Humusschicht stellt das Totholz einen der arten- und individuenreichsten Lebensäume im Ökosystem Wald dar, es ist ein wichtiger Nährstofflieferant für das Ökosystem. Mit Becherlupen konnten verschiedene Kleintiere wie Asseln oder der schwarzhörnige Totengräber beobachtet werden.

SCHWARZZHÖRNIGER TOTENGRÄBER (NICROPHORUS VESPILLOIDES)

HABITATSBAUM
Auch dieser Habitatsbaum gehört zum Totholz, er bietet besondere Lebensräume, sogenannte Mikrohabitate, für spezialisierte Tier-, Pilz- und Pflanzenarten.
Der Waldboden mit seinen verschiedenen Bodenhorizonten stand im Zentrum einer weiteren Station. Mithilfe von Bodenproben wurden die Bodenschichten und ihre Eigenschaften bestimmt. Dabei wurde deutlich, dass unterschiedliche Böden Wasser und Nährstoffe unterschiedlich gut speichern können, wobei bei letzterem die Rolle des pH-Werte nachgewiesen wurde. Unsere Ergebnisse zeigten, dass besonders Böden mit einer ausgewogenen Nährstoffversorgung und guten Wasserspeicherfähigkeit günstige Bedingungen für das Pflanzenwachstum bieten. So konnten wir nachvollziehen, warum die Eigenschaften des Bodens entscheidend für die Entwicklung und Stabilität des Waldes sind.